Ein Tag in der Shwedagon Pagode in Yangon

Shwedagon Pagode in Yangon

Die Shwedagon Pagode in Yangon war die erste große Touristenattraktion in Myanmar für meinen Reisebuddy John und mich. Das sie gleich das wichtigste buddhistische Bauwerk des Landes ist, war uns vor unserem Buch kaum bewusst.

Erbaut wurde die Pagode auf einem 52 Meter hohen Hügel. Insgesamt ragt sie knapp 170 Meter in die Höhe. Ihre goldene Spitze ist praktisch von überall in der Stadt zu erkennen. Andere Gebäude in Yangon dürfen übrigens maximal 127 Meter hoch sein, damit die Pagode das signifikanteste Merkmal der Skyline bleibt.

Die zweifelhafte Geschichte der Shwedagon Pagode in Yangon

Wenn man der Legende dieses Ortes Glauben schenken möchte, ist die Pagode schon vor 2500 Jahren erbaut worden. Somit wäre sie die älteste Buddhistische Stupa der Welt. Zwei Brüder sollen Gautama Buddha, während seiner Lebzeit getroffen haben und acht seiner Haare mit auf den Weg bekommen haben. Die Brüder präsentierten diese dem damaligen König und er baute einen Schrein auf dem Hügel für sie und weitere Reliquien.

Zwar ist dies eine tolle Geschichte, die Wissenschaft geht aber eher davon aus, dass der Bau der Pagode um das Jahr 1362 stattgefunden haben muss. Nach diesem Datum gab es immer wieder Dokumentationen von Königen, die Erweiterungen vornahmen und Reparaturen durchführen ließen. Um das 16. Jahrhundert wurde sie zum größten buddhistischen Pilgerort der Gegend.

Shwedagon Pagode in Yangon

Was macht das Bauwerk so besonders?

Die Shwedagon Pagode ist vor allem so beeindruckend, da die komplette Fassade mit Gold verziert ist. Nur der Sockel kann von Touristen und Frauen besucht werden. Zu den höheren Stockwerken haben nur Mönche und Männer Zugang. Eine der oberen Schichten des Bauwerks, auch bekannte als die Krone, ist bedeckt mit 5448 Diamanten und 2317 Rubinen. Auf der Spitze befindet sich ein Diamant mit einer unglaublichen Größe von 76 Karat. Ein anderer Diamant dieser Größe wurde für 21,5 Millionen Euro versteigert.

Man kann sich also kaum ausrechnen wie viel die Pagode insgesamt wert sein muss. Zu den ganzen Edelsteinen und Gold kommen außerdem noch die unzähligen Spenden der buddhistischen Pilger. Bei unserem Besuch erklärte uns jemand, dass er immer einen Teil seines Geldes für die Pagode spenden würde. Auch wäre es normal für die Bürger, ihren Schmuck zu spenden. Somit sollen abertausende von Ringen, Armbändern und Co die Decke der Pagode schmücken. Leider hatten wir aber keine Chance dies mit unseren eigenen Augen zu betrachten.

Shwedagon Pagode ist aber viel mehr als ein riesiges, goldenes Bauwerk. Ein ganzer Komplex von Bauwerken mit unzähligen kostbaren Schätzen ist darum platziert. So zum Beispiel findet hier eine Buddhastatue, die aus einem riesigen Block Jade per Hand hergestellt wurde.

Navigieren durch die Shwedagon Pagode in Yangon ist nicht so einfach wie man denkt!

Rund um den Komplex sind Verkäufer angesiedelt, die Blumen, Räucherstäbchen und andere Opfergaben anbieten. Neben vielen Spendenboxen ist es nämlich Ritual, eine bestimmte Ecke des Gebäudes aufzusuchen und dort zu beten. Wohin man dafür gehen muss, ist komplizierter als man denkt, naja, zumindest für uns Standard-Europäer. Dazu mussten wir nämlich beantworten an welchem Tag wir geboren wurden. Zugegebenermaßen war das etwas, dass ich nicht einmal wusste und in meinem Handykalender nachforschen musste. Darauf hin, konnte mir einer der Burmesen genau sagen, welcher Planet über mich wacht, mir meine Eigenschaften auflisten und mir sagen welches mein buddhistisches Sternzeichen ist.

Shwedagon Pagode in Yangon

Burmesischer Astrologie-Crashkurs:

Die burmesische Astrologie, die auf den hinduistischen Lehren beruht, sieht sieben Planeten an. Dazu zählen Sonne, Mond, Jupiter, Mars, Venus, Merkur und Saturn. Außerdem gibt es zwei weitere, Ketu, der König aller Planeten und Rahu.

Jedem Tag der Woche wird ein Planet zugeordnet. Das wiederum bedeutet, dass die Woche nicht wie bei uns in sieben, sondern acht Tage aufgeteilt ist. Mittwoch wird als zwei kurze Tage angesehen. Der Mittwoch selbst geht nur bis 18 Uhr, danach beginnt Rahu’s Tag, der um Mitternacht endet. Jeder Tag wiederum ist einem Tier zugeordnet – Garuda für Sonntage, Tiger für Montage, Löwen für Dienstage, ein Elefant mit Stoßzähnen für den ersten Teil vom Mittwoch, während der zweite Teil ein stoßzahnloser Elefant ist, Maus für Donnerstage, Meerschweinchen für Freitage und zu guter Letzt Naga (ein mythischer Mensch-Schlangen Hybrid) für Samstage.

Für jeden Planeten ist rund um den Sockel der Pagode ein Schrein platziert. Die Burmesen suchen jeweils ihren zugehörigen Schrein auf und legen dort Blumen ab, beten und kippen Wasser über Teile der Buddhastatue. Danach besucht man die anderen Schreine im Uhrzeigersinn.

Ebenfalls im Uhrzeigersinn besucht werden die vier verschiedenen Stupas, in denen die vier Buddhas abgebildet sind. Begonnen wird dabei im Osten, bis man schließlich die südliche Stupa erreicht, die Gautama Buddha, dem Begründer der Religion gewidmet ist.

Ist die Pagode wirklich einen Besuch wert?

Johnny und ich verbrachten mehrere Stunden an diesem magischen Ort, bevor es wieder in Richtung Hotel ging. Und das aus gutem Grund!

Auch wenn ich schon hunderte von Tempeln in meinem Leben betreten hatte, muss ich sagen, dass die Shwedagon Pagode etwas besonderes war. Nicht nur ihre unfassbare Göße ist Grund dafür. An diesem Ort lernt man wirklich die Kultur und Religion der burmesischen Mehrheit kennen und schätzen. John und ich hatten einen Guide dabei. Das empfehle ich jedem. Auch wenn das Reisebudget gering ist. Alle Infos zum Besuch der Shwedagon Pagode sind auf der offiziellen Webseite zu finden.

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