Sumatra-Nashörner: Fünf Fragen und Antworten

Regenwald: Heimat der Sumatra-Nashörner

Sumatra-Nashörner sind vom Aussterben bedroht. Und das stark. Schätzungsweise gibt es nur noch 80 von ihnen. Alle Tiere dieser Spezies leben dabei verteilt auf der indonesischen Insel Sumatra. Die größte Bevölkerung mit etwa 18-30 Tieren ist im Gunung Leuser Nationalpark zu Hause. Im dicht besiedelten Regenwald fühlen sich die Tiere besonders wohl.

1. Wo sind die Sumatra-Nashörner zu Hause?

Wie bereits erwähnt lebt die größte Anzahl der Tiere im Gunung Leuser Nationalpark. Die restlichen Tiere verteilen sich auf zwei andere geschützte Gebiete auf der Insel Sumatra. Dazu zählen der Bukit Barisan Selatan Nationalpark und der Way Kambas Nationalpark.

Früher war das Sumatra-Nashorn in vielen Ländern Südostasiens verbreitet. Ihr Gebiet reichte bis an den Fuß des Himalayas in Myanmar. 2019 wurde das letzte Sumatra-Nashorn auf Borneo gesichtet. Es starb allerdings kurz darauf. Ob und wie viele der Tiere es im indonesischen Teil der Insel Borneo noch gibt ist nicht ganz klar. Viele Quellen berichten, dass alle Sumatra-Nashörner dort verstorben sind. Andere hingegen berichten über kleine Bestände.

Regenwald: Heimat der Sumatra-Nashörner

2. Was unterscheidet Sumatra-Nashörner von ihren afrikanischen Verwandten?

Sumatra-Nashörner sind deutlich kleiner als ihre Artgenossen. Sie wachsen maximal 1,40 Meter in die Höhe. Dabei wiegt es maximal 800 Kilogramm. Breitmaulnashörner können bis zu 3.500 Kilo auf die Waage bringen.

Sumatra-Nashörner haben zwei Hörner. Das Vordere ist meist deutlich länger. Die Haut der Tiere ist stolze 1,6 Centimeter dick. Zum Vergleich: die eines Menschen gerade einmal 2 Millimeter.

Die Dickhäuter sind direkte Nachfahren der haarigen Eiszeit-Nashörner. Und davon ist tatsächlich bis heute etwas übriggeblieben. Sumatra-Nashörner gelten nämlich als die haarigsten unter ihren Artgenossen.

3. Was ist so besonders an den Tieren?

Am Tag verbringen sie die meiste Zeit damit im Fluss oder Schlamm zu liegen. So können sie sich im tropischen Regenwald runterkühlen. Wenn die Nashörner nicht mit dem Ausruhen beschäftigt sind, sind sie am Fressen. Und das tun sie gerne und viel. Jedes Tier verschlingt täglich etwa 10% seines eigenen Körpergewichts an Pflanzen!

Sumatra-Nashörner können besonders gut hören. Aber nicht nur das. Sie kommunizieren mit verschiedenen Pfeiftönen miteinander. Auch riechen können die Tiere extrem gut. Allein ihre Sehstärke ist ausbaufähig. Es wird angenommen, dass Sumatra-Nashörner sehr kurzsichtig sind.

Lebensraum für Sumatra-Nashörner

4. Warum gibt es nur noch so wenige Sumatra-Nashörner?

Es gibt mehrere Gründe. Der wohl größte Faktor ist die Wilderei. Seit circa 2000 Jahren werden die Hörner der Tiere schon in traditioneller Medizin benutzt. Sowohl in Asien als auch in Afrika. Angeblich soll das Pulver Schmerzen lindern.

Ein weiterer Grund für das rasche Aussterben ist der Rückgang des Lebensraums der Tiere. Durch das wirtschaftliche Wachstum auf Sumatra und Borneo wurde immer mehr Regenwald gerodet. Wo die Tiere früher zu Hause waren sind nun Siedlungen und Palmölplantagen.

Das schlimmste daran: Die einzelnen Tiere wurden auseinandergetrieben. Das macht eine genetische Vielfalt heute beinahe unmöglich. Teilweise leben nur ein Dutzend der Tiere verteilt auf einen ganzen Nationalpark. Gebärfähige Weibchen sind sowieso schon selten. Dass sich zwei Sumatra-Nashörner mit unterschiedlichem genetischem Code treffen wird also immer unwahrscheinlicher.

Die Zucht in Gefangenschaft hat sich ebenfalls als schwierig herausgestellt. Nur noch elf der Tiere leben überhaupt in Gehegen. Das letzte Mal gelang es der Sumatran Rhino Sanctuary im März diesen Jahres. Zuvor gab es eine sechsjährige Phase ohne Nachwuchs.

5. Was können wir tun um die Tiere zu schützen?

Es gibt zwei Schutzprogramme, die sich besonders für den Schutz von Sumatra-Nashörnern engagieren. Eine von ihnen ist Pro Wildlife. Auf ihrer Internetseite sind alle Informationen über die vom Aussterben bedrohten Tiere zusammengefasst.

Um die Tiere in den Nationalparks zusätzlich zu schützen, kann jeder einzelne darauf achten Produkte mit Palmöl zu meiden. Durch die Plantagen wird den Tieren ihr Lebensraum genommen.

Ein Kommentar bei „Sumatra-Nashörner: Fünf Fragen und Antworten“

  1. […] dutzenden Orang-Utans liefen uns noch weitere wilde Tiere über den Weg. Unter ihnen Gibbons, die mit ihren Gesichtern sehr an Teddybären erinnerten. […]

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