Die Religionen in Indonesien im Überblick

Religionen in Indonesien: Borobudur Tempel

Das Motto von Indonesien lautet „Bhinneka tunggal ika“ was übersetzt so viel bedeutet wie Einheit in Verschiedenheit bedeutet. Die Diversität des Inselstaates zeigt sich nicht nur in dessen Kultur, sondern auch in den Religionen, die die Einwohner von Indonesien zelebrieren.

Selbst wenn es den Indonesiern theoretisch laut Konstitution offensteht, welche Religion sie verfolgen wollen, sieht es praktisch ganz anders aus. Jeder Bürger des Landes muss offiziell einer Religion folgen, die sogar im Pass angegeben wird. Ausgewählt werden kann dabei eine der fünf Weltreligionen: Islam, Christentum (sowohl die katholische sowie evangelische Kirche), Hinduismus, Buddhismus und der Konfuzianismus.

Der Islam als die größte der Religionen in Indonesien

Starten wir mit der größten der Religionen in Indonesien: dem Islam. Fast 87% der Einwohner des Landes sind Muslime. Der Größte Teil von ihnen besiedelt die Insel Java, auf der auch die Hauptstadt Indonesiens, Jakarta, gelegen ist. Wer durch die muslimischen Teile des Landes reist, wird dies schnell bemerken. Pünktlich zum Sonnenaufgang startet hier nämlich durch die Lautsprecheranlagen der Städte und Dörfer der Aufruf zum ersten von fünf Gebeten des Tages.

Eine der Provinzen von Indonesien verfolgt sogar die Scharia-Gesetze. Dabei handelt es sich um die nördlichste Spitze der Insel Sumatra, Aceh. In den anderen Regionen des Landes wird der Islam hingegen nicht so extrem verfolgt. Traditionen der verschiedenen Gebiete mischen sich oft mit den religiösen Werten wodurch eine ganz neue Interpretation entstehen.

Auf Platz zwei liegt das Christentum

Mit einem großen Abstand hinter dem Islam liegt das Christentum, dem etwas unter 11% der Bevölkerung folgen. Hauptsächlich zurückzuführen ist das Auftreten dieser Religion in Indonesien den Kolonialmächten zu verdanken. Wie alle anderen Länder in Südostasien bis auf Thailand, wurde Indonesien lange Zeit von europäischen Machthabern unterdrückt. In der Kolonialzeit unter den Niederländern wurden Kirchen errichtet und die Lehren des Christentums verbreitet. Noch heute sind einige Anhänger von ihnen übriggeblieben. Vor allem in den Gebieten Papua und Sulawesi.

Bali und der Hinduismus

Der Hinduismus ist die Hauptreligion der bekannten indonesischen Urlaubsinsel Bali. Wer dorthin reist, kann sich den Traditionen dieser Religion und Kultur nicht entziehen. Jedes Haus, Hotel und sogar Restaurant auf der Insel haben ihren eigenen Schrein für Opfergaben. Sogar in den Taxen riecht es nach Räucherstäbchen und beim Strandspaziergang muss man aufpassen, dass man nicht in die Opferkästchen läuft. Wer Glück hat, sieht während seines Aufenthalts sogar eine der zahlreichen Zeremonien, die die Hinduisten auf Bali feiern.

Religionen in Indonesien: Einer der vielen hinduistischen Tempel auf Bali

Weitere Religionen in Indonesien

Die Anhänger des Buddhismus in Indonesien sind recht überschaubar. Gerade einmal 0,77% der Bevölkerung folgen dieser Religion. Und das obwohl Indonesien das zu Hause des größten Buddhistischen Tempels der Welt ist: dem Weltkulturerbe Borobudur. Jedoch hatte die Religion keine Chance gegen das mächtige Übergreifen des Islams in der gesamten Region im 14. Jahrhundert. Die Buddhastatuen des Tempels wurden im großen Stil zerstört, die ganze Tempelanlage wurde mit Vulkanasche bedeckt und vom Dschungel zurückeingenommen. Nach langem Suchen wurde die Anlage schließlich 1835 von dem Briten Sir Thomas Stamford Raffles wiederentdeckt.

Als weitere Religion in Indonesien ist zudem der Konfuzianismus anerkannt. Er wird hauptsächlich von zugezogenen Chinesen praktiziert. Er erreicht zusammen mit der Kategorie von allen kleineren Volksreligionen gerade einmal 0,07% der Bevölkerung.

Faktencheck über die Religionen in Indonesien

In Indonesien ist man dazu aufgefordert eine Religion zu wählen. Das so viele der Einwohner dem Islam folgen, hat mehrere Gründe. Natürlich gibt es eine unfassbar große Gruppe von Menschen, die diesem Glauben wirklich verfolgt. Außer Acht gelassen werden sollte aber eines nicht: viele der Menschen, die sich keiner der wählbaren Religion zugehörig fühlen, wählen den Islam. Das gesamte Machtzentrum des Landes ist rund um diese Religion strukturiert. Wer offiziell Moslem ist, erhofft sich so oft bessere Chancen im Leben.

Das Motto des Landes trifft es wirklich auf den Nagel. Einheit in Verschiedenheit, das gilt auch für die Religionen in Indonesien. Die Anhänger der verschiedenen Glaubensrichtungen respektieren sich und ihre Bräuche gegenseitig und beruhen auf Menschlichkeit.

Frauen tragen Opfergaben auf ihren Köpfen.

Fun Fact über Religionen in Indonesien

In vielen Teilen des Landes gibt es viel zu Feiern: alle Religionen in Indonesien bringen schließlich ihre eigenen Feiertage mit sich. So ist es nicht unüblich, dass Weihnachten, Ramadan und auch Divali offizielle Feiertage sind. Wer eine Reise in das kulturell diverse Land macht, sollte den Kalender also genau checken, vielleicht ergibt sich ja sogar die Möglichkeit eines der Feste live mitzuerleben.

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