Abenteuerurlaub in Indonesien: Gunung Leuser Nationalpark

Abenteuerurlaub in Indonesien: Gunung Leuser Nationalpark

Mein Abenteuerurlaub in Indonesien hatte ein klares Ziel: den Gunung Leuser Nationalpark auf Sumatra. Dorthin zu gelangen war aber alles andere als einfach. Ein langer Flug von Berlin nach Singapur mit Zwischenstopp in Dubai. Gefolgt von einem kurzen Flug von Singapur nach Medan.

Ein Abenteuerurlaub in Indonesien beginnt schon bei der Autofahrt

In Medan angekommen wartete zum Glück schon mein Fahrer auf mich. Ihn hatte ich durch meine Unterkunft in Bukit Lawang organisiert. Die Hitze der Stadt machte mir im Auto ohne Klimaanlage zu schaffen. Aber stundenlanges Stehen im Stau war nichts Neues für mich. Schließlich war dies nicht meine erste Reise nach Indonesien.

Uns gelang es schließlich die größte Stadt der Insel hinter uns zu lassen. Weitere Stunden im Auto vergingen. Schlaglöcher grüßten meinen Rücken alle paar Meter. Am Fenster vorbei erstreckten sich die endlosen Palmölplantagen. Ein waghalsigen Überholmanöver nach dem anderen brachte uns schließlich ins kleine Dorf am Rande des Regenwalds.

Ein Dorf am Rande des Gunung Leuser Nationalparks

Mittlerweile war es Nacht geworden und darüber war ich sehr dankbar. Die lange Reise hatte mir zu Schaffen gegeben. Mein Abenteuerurlaub konnte definitiv noch ein paar Stunden auf mich warten. Ich richtete mich in meinem sehr überschaubar eingerichteten Zimmer ein. Mehr als ein Bett und ein Moskitonetz gab es hier nicht zu sehen. Das war mir aber egal. Ich plante sowieso nicht viel Zeit dort zu verbringen.

Die Nacht verging wie im Flug. Als ich erwachte war ich nicht schlecht über die Aussicht erstaunt. Direkt vor meinem kleinen Bungalow erstreckte sich ein Fluss. Links und rechts von ihm weitere Gebäude. Die meisten von ihnen waren ohne Frage nicht nach europäischen Sicherheitsstandards gebaut. Brücken zogen sich über das Wasser. Die meisten von ihnen sahen ungefähr so stabil wie die Häuser drumherum aus.

Ich nutzte den Tag, um Bukit Lawang etwas näher zu erkunden. Kleine Kioske boten hier Moskitospray an, bei dem ich direkt zulangte. Außerdem entschied ich mich noch ein paar Snacks und kalte Getränke zu kaufen. Künstler stellten derweil ihre Bilder in ihren Hauseingängen aus. Die meisten von ihnen zierten Orang-Utans und andere Dschungelbewohner.

An meinem ersten Tag zurück in Indonesien durfte natürlich eine Portion Nasi Goreng nicht fehlen. Beim Abendessen genoss ich dazu noch ein kühles Bintang und spielte Karten mit den Hotelbesitzern und Angestellten. Dann hieß es ab ins Bett, schließlich sollte mein Abenteuer am nächsten Morgen starten.

Abenteuerurlaub in Indonesien: Bukit Lawang
Abenteuerurlaub in Indonesien: Bukit Lawang

Ein Abenteuerurlaub in Indonesien mit vielen tierischen Gästen

Früh am Morgen war ich bereit für das Abenteuer im Regenwald. Für zwei Nächte und drei Tage sollte der Gunung Leuser Nationalpark mein zu Hause werden. Auf meinem Rücken geschnallt war mein Rucksack. Ihn füllten eine große Flasche Wasser, ein Handtuch und ein paar Hygieneartikel. Für alles andere sorgten die Guides auf der Tour.

Zusammen mit sechs anderen ging es dann los ins Abenteuer. Wir kletterten die steilen Berge auf und ab. Ich spendete literweise Blut an die lokale Tierwelt. Die Moskitos und Blutegel der Gegend waren mir dankbar. Die Luftfeuchtigkeit ließ nicht zu, dass ich auch nur einen trockenen Flecken am Körper hatte. Und trotzdem war die Wanderung ein voller Erfolg.

Schon nach kürzester Zeit sahen wir den ersten Orang-Utan. Ein ausgewachsenes Männchen. Wie die meisten seiner Artgenossen in der Gegend hatte auch er einst in Gefangenschaft gelebt. Es war beeindruckend, wie gut unsere Guides die Tiere kannten. Über jeden der Affen wussten sie Bescheid. Sie erzählten uns deren Geschichten, die oft traurig waren. Auch wenn die meisten der Orang-Utans, die wir trafen, zahm waren, durften wir sie nicht anfassen und füttern. Das hatte einen simplen Grund. Jahrelang brauchten Pfleger, um die Affen darauf vorzubereiten sich ihr Essen in der Wildnis zu holen. Das wollten wir nicht ruinieren.

Neben dutzenden Orang-Utans liefen uns noch weitere wilde Tiere über den Weg. Unter ihnen Gibbons, die mit ihren Gesichtern sehr an Teddybären erinnerten. Makaken waren ebenso nie weit entfernt. Sogar ein Pfau streifte unseren Pfad.

Ein Schlafzimmer inmitten des Gunung Leuser Nationalparks

Nach Stunden des Wanderns kamen wir an unserem Rastplatz an. Komplett erschöpft nutzte ich das kühle Nass des angrenzenden Flusses für ein schnelles Bad. Das Camp was ganz anders als ich erwartet hatte. Unsere Schlafplätze waren in einem einfachen Bau aus Holz und Planen versteckt. Es gab für jeden ein Moskitonetz und einen Schlafsack. Das war ehrlich gesagt schon mehr, als ich erwartet hatte.

Am Wasser entfachten unsere Guides ein Feuer. Darauf bereitete einer von ihnen unser Abendessen zu. Neben uns war noch eine weitere Gruppe im Camp. Zu meiner Verwunderung kannte ich sogar zwei von den Abenteurern von meinen vorherigen Reisen nach Bali. Wie klein die Welt doch ist. Zusammen verbrachten wir einen lustigen Abend mit viel Essen und noch mehr Kartenspielen.

Die Lautstärke im Dschungel war extrem in der Nacht. Viele der nachtaktiven Insekten zirpten um die Wette. Starker Regen krachte auf das Dach unseres Unterschlupfs. Ein hoch auf Oropax. Ohne sie wäre ich am Morgen wohl längst nicht so erholt wach geworden.

Abenteuerurlaub in Indonesien: Gunung Leuser Nationalpark
Abenteuerurlaub in Indonesien: Gunung Leuser Nationalpark

Beim Abenteuerurlaub in Indonesien darf eines nicht fehlen: gutes Essen!

Ich liebe indonesisches Essen. Zu meiner Überraschung änderte sich das auch im Dschungel nicht. Es gab auch deutlich mehr, als ich jemals angenommen hatte. Beim Buchen des Trips konnte man sich sogar für eine vegetarische Option entscheiden.

Zum Frühstück gab es im Regenwald Sandwiches mit frisch gebratenen Eiern. Zubereitet von unseren Guides über dem offenen Feuer. Dazu serviert wurde Tee. Das Mittagessen wurde vorgekocht, während wir unsere Dinge für den Tag zusammenpackten. Gebratener Reis mit Gemüse. Abends gab es dann warme Mahlzeiten. Immer serviert mit den üblichen Nudeln oder mit Reis.

Das war aber längst nicht alles. Zahlreiche Pausen schmückten unsere Wanderungen. Wir stärkten uns mit Keksen und frischen Früchten. Unser Wasser wurde immer am Abend aufgefüllt und dann noch einmal vor dem Start der Wanderung am nächsten Morgen. Frisch abgekochtes Flusswasser. Meist noch etwas bräunlich, aber unbedenklich zu trinken.

Gunung Leuser Nationalpark mit Stil verlassen

Nach Tagen des Wanderns mit zahlreisen Blasen an den Füßen war ich dankbar für die letzte Stunde im Dschungel. Nach einem Morgen über die Berge des Regenwalds war es so weit. Der Fluss, der durch Bukit Lawang strömte, war in Sicht. Und so auch große Schwimmringe. Jeder von uns nahm in einem der Ringe Platz. Unser Gepäck lagerte in einem weiteren. Die schnelle Strömung beförderte uns beim Rafting quer durch den Dschungel. Rechts und links hohe Wände voller Palmen. Eng nebeneinander gewachsen.

Nach gut einer Stunde in den Ringen war das Abenteuer dann vorbei. Wir waren zurück in Bukit Lawang. Keiner von uns konnte es abwarten eine Dusche zu benutzen. Und selbst über die einfachen Hocktoiletten im Dorf freute ich mich.

Abenteuer in Indonesien: Ist eine Reise zu den Orang-Utans empfehlenswert?

Zu 100%. Ich habe schon viele Orte in Südostasien besucht, von denen ich Wandertouren gestartet habe. Nie war ich so zufrieden und beeindruckt wie im Gunung Leuser Nationalpark. Tiere wohin man blickte und Guides, die sich wirklich für das wohl des Waldes einsetzten. Jedes Mal, wenn auch nur ein kleinstes bisschen Müll herumlag, wurde es direkt eingesammelt. Egal welche Fragen man zur Flora und Fauna hatte, die Guides wussten immer Bescheid und hatten dabei ein Lächeln auf den Lippen.

Abenteuerurlaub in Indonesien: Gunung Leuser Nationalpark

Ein Kommentar bei „Abenteuerurlaub in Indonesien: Gunung Leuser Nationalpark“

  1. […] bereits erwähnt lebt die größte Anzahl der Tiere im Gunung Leuser Nationalpark. Die restlichen Tiere verteilen sich auf zwei andere geschützte Gebiete auf der Insel Sumatra. Dazu […]

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