Indonesien: Diversität & Zusammengehörigkeit

Indonesien

Indonesien hat mit seinen 17.508 Inseln mindestens genau so viele Gründe bereist zu werden: Von tropischen Stränden über spröde Vulkanlandschafen bis hin zu lebvollen Dschungeln, hat das Inselreich wirklich alles zu bieten wovon man nur träumt.

Das viertgrößte Land hat mehr als 270 Millionen Einwohner. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist auf der Insel Java angesiedelt. Dort befindet sich auch die Hauptstadt des Landes, Jakarta. Jedenfalls noch. Geplant ist eine Umsiedelung der Stadt und ihren 10 Millionenen Einwohnern auf die Insel Borneo. Grund dafür ist der ständig ansteigende Wasserspiegel, der droht Jakarta in den nächsten Jahrzehnten größtenteils zu fluten.

Ein Land mit vielen Gesichtern: Kultur & Religion in Indonesien

Das Motto des Landes ist „Bhinneka Tunggal Ika“. Übersetzt heißt das nichts anderes als Einheit in Verschiedenheit. Und der Name ist wahrlich Programm: in Indonesien sind 360 verschiedene Völker zu Hause. Außerdem werden fast 800 verschiedene Sprachen über die Inseln verteilt gesprochen. Keine Panik, bei einem Besuch muss man längst nicht jede beherrschen. Die meisten Einwohner Indonesiens sprechen die offizielle Landessprache Bahasa. Diese wird überall in den Schulen gelehrt.

Ein wichtiger Bestandteil des Alltags in Indonesien macht die Religion aus. Mit etwa 230 Millionen Muslimen beherbergt Indonesien die größte muslimische Bevölkerung weltweit. Die zweitmeisten Anhänger hat das Christentum. Gefolgt vom Hinduismus, Buddhismus und weiteren Religionen.

Wer jemals nach Indonesien reist, wird schnell merken, dass jedes Volk seine eigene Interpretationsweise seiner Religion folgt. Oft sind diese gemischt mit Traditionen.

Die Geschichte des Inselreichs in der Kurzfassung

Die Inseln, die das heutige Indonesien bilden, sind schon vor 1,8 Millionen Jahren besiedelt worden. Dass seitdem viel passiert ist, steht wohl außer Frage.

Die ehemalige Bauernkultur verschmolz im ersten Jahrtausend nach Christus zum ersten Mal mit Ideen aus fernen Ländern. Grund dafür waren Handelsschiffe aus Indien und China. Die Seemänner belehrten die Bewohner der Inseln über den Buddhismus und Hinduismus. Der größte buddhistische Tempel entstand darufhin auf Java. Borubudur ist bis heute eine der Top Attraktionen für Touristen im Land.

Ab dem 15. Jahrhundert kamen zunehmend arabische Händler nach Indonesien. Der Hinduismus und der Buddhismus wurden größtenteils vom Islam verdrängt. Gewürze aus Indonesien wurden in die ganze Welt exportiert. Nach den Arabern folgten die Portugiesen. Sie nahmen das Land für gute einhundert Jahre ein, bevor die Niederländer Indonesien als ihre Kolonie erklärten. Indonesien war bis zum zweiten Weltkrieg Teil von Niederländisch-Indien.

Der Wunsch ein selbstständigen Staat zu werden wurde immer größer. Nach einer kurzen Übernhame Indonesiens durch Japan rief Indonesien schließlich am 17. August 1945 die Unabhängigkeit aus. Erster Präsident des Landes wurde Sukarno. Die Führung des Landes musste er schließlich abgeben, da seine Freundlichkeit gegenüber eines kommunistischen Denkens von der Außenwelt nicht geduldet wurde.

1965-1966 bildeten zwei dunkle Jahre in der Geschichte Indonesiens. Beim Massaker von Indonesien kamen zwischen 500.000 und 3 Millionen Menschen ums Leben. Symphatisanten der Kommunistischen Partei und ethnische Chinesen wurden systematisch verfolgt. Zuständig für den Genozid war das Militär unter der Führung von Suharto.

Sukarno wurde schließlich 1968 von Suharto als Präsident abgelöst. Der ehemalige General ging in die Geschichte als korruptester Präsident aller Zeiten. Nach dreißig Jahren trat er schließlich 1998 sein Amt ab. Seitdem verfolgt Indonesiens Politik ein deutlich demokratischeres Vorbild. Heute ist Joko Widodo Präsident und das Amt auf maximal zehn Jahre ausgelegt. Spätestens 2024 wird der Inselstaat also ein neues Staatsoberhaupt küren.